Aktuelles

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15.02.2016

Dritte Forschergruppe nimmt Arbeit auf

Rund zwei Jahre nach seiner Gründung zieht das Thüringer Zentrum für Maschinenbau (ThZM) bereits eine sehr erfolgreiche erste Bilanz. Im Zeitraum von Mitte 2013 bis Mitte 2015 wurden 109 öffentlich und von der Industrie geförderte Teilprojekte der Partner im Gesamtumfang von 11,8 Millionen Euro akquiriert. Sie werden im ThZM von den fünf beteiligten Wissenschaftspartnern in verschiedenen
Kooperationen bearbeitet. Darüber hinaus wurden zwei Forschergruppen auf den Gebieten Fertigungstechnologien und Qualitätssicherung installiert.

Ende 2015 wurde mit „EmiMasch“ (Emissionsarme und energieeffiziente Fertigungstechnik für den Maschinenbau) die nunmehr dritte Forschergruppe des ThZM-Verbundes bewilligt, die jetzt die Arbeit aufnimmt. Ziel der Forschungen hier ist die Reduzierung von Emissionen bei Produktions- und Fertigungsprozessen durch eine Verminderung des Energieverbrauchs, die Verringerung freigesetzter Partikel und der Geräusch- und Schwingungsbelastung. „Emissionen in Produktionsprozessen und Fertigungstechnologien schaden zum Einen der Umwelt und zum anderen den
Bearbeitungsgenauigkeiten“, betont der Koordinator der Projektes, Professor Jean Pierre Bergmann, Leiter des Fachgebiets Fertigungstechnik der TU Ilmenau. „Daher bedarf es - gerade für die Branchen wie der Maschinen- und Anlagenbau oder die Automobilindustrie, wo Genauigkeiten und immer strengere gesetzliche  Bestimmungen hinsichtlich der Grenzwerte von Emission, dies sowohl mögliche
Umweltverschmutzungen als auch Emissionen wie Lärm betreffend, intensiver Forschung und Entwicklung, um hier international Wettbewerbsvorteile zu schaffen. Das leisten wir im ThZM“.


Dazu suchen die Wissenschaftler der TU Ilmenau und ihre Partner nach Lösungen für emissionsarme Fertigungsprozesse. „Unser Fokus“, so Prof. Bergmann, „liegt dabei insbesondere auf der Optimierung von Zerspanungsprozessen von Metallen, Prozessen des reibbasierten Schweißens, insbesondere des Rührreibschweißens mit Robotern, und der Lasermaterialbearbeitung von Kunststoffen.“


Die Thüringer Aufbaubank fördert die Forschergruppe bis Mitte2018 mit etwa 647.000 Euro. Mit den Geldern werden die Arbeiten von fünf Wissenschaftlern finanziert, die interdisziplinär arbeiten werden. Neben dem Fachgebiet  Fertigungstechnik sind von Seiten der TU Ilmenau die Fachgebiete
Kraftfahrzeugtechnik (Professor Klaus Augsburg) und Technische Mechanik (Professor Klaus Zimmermann) beteiligt, Partner sind die Gesellschaft für Fertigungstechnik und Entwicklung Schmalkalden e. V. und die Ernst-Abbe-Hochschule Jena (Professor Jens Bliedtner). Für die Forschungsarbeiten wurden vom Thüringer Wirtschafts- und Wissenschaftsministerium hochmoderne
Ausrüstungen und Versuchsanlagen für die Fertigungstechnik gefördert, darunter im Ilmenauer Fachgebiet modernste 3D-Laserbearbeitungs- und robotergestützte Schweißtechnologien.

Das Thüringer Wirtschaftsministerium (damals TMWAT) sowie die fünf Wissenschaftseinrichtungen gründeten 2013 das ThZM, um die thüringenweiten Forschungskompetenzen auf dem Gebiet des Maschinenbaus in einem schlagkräftigen Innovationszentrum zu bündeln. Die vom ThZM bearbeiteten
Forschungs- und Entwicklungsprojekte sind industrienah ausgerichtet und sollen die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschafts- und Produktionsstandort Thüringen nachhaltig stärken. Inklusive einer Koordinierungsstelle in Ilmenau sind die TU Ilmenau, die Hochschule Schmalkalden, die Ernst-Abbe-Hochschule Jena, das Günter-Köhler-Institut für Fügetechnik und Werkstoffprüfung GmbH
Jena und die Gesellschaft für Fertigungstechnik und Entwicklung Schmalkalden e.V. Mitglieder des Verbunds. Die Schwerpunktfelder der bisher geförderten Projekte belegen zu 43 Prozent maschinenbaurelevante Prozesstechnologien, Präzisionstechnologien mit 26 Prozent, Werkstoff- und Beschichtungstechnik zu 23 Prozent und Qualitätssicherung in der Produktion mit 15 Prozent.