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Auftragseingang im Maschinen- und Anlagenbau Februar und Konjunkturerhebung: Spürbarer Dämpfer in den Orderbüchern
01.04.2026
Der Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland hat im Februar einen deutlichen Dämpfer in seinen Orderbüchern erhalten. Insgesamt sanken die Bestellungen real um 12 Prozent zum Vorjahr, wobei aus dem Inland 16 Prozent weniger Orders kamen und das Auslandsgeschäft ein Minus von 11 Prozent verbuchte. Lediglich die Aufträge aus den Euro-Partnerländern verzeichneten einen Zuwachs von 6 Prozent, während aus den Nicht-Euro-Ländern 17 Prozent weniger Bestellungen kamen.
Geopolitische Konflikte belasten unsere Geschäfte schon seit längerem und jetzt ist noch der Iran-Krieg dazugekommen, der für weitere Unsicherheit sorgt. Für das globale Investitionsklima sind all diese Auseinandersetzungen eine schwere Belastung, die sich deutlich bemerkbar macht,
sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Johannes Gernandt.
Im weniger schwankungsanfälligen Drei-Monats-Zeitraum Dezember 2025 bis Februar 2026 verbuchten die Unternehmen ein Bestellminus von real 8 Prozent zum Vorjahr. Die Inlandsbestellungen sanken um 6 Prozent, die Auslandsorders lagen um 8 Prozent unter ihrem Vorjahreswert. Aus den Euro-Ländern kamen 2 Prozent weniger Aufträge, aus den Nicht-Euro-Ländern waren es 11 Prozent weniger Orders.
Die schwache Auftragslage spiegelt sich auch in der aktuellen VDMA-Konjunkturerhebung wider: Insgesamt hat sich die Stimmung im Maschinen- und Anlagenbau wieder leicht eingetrübt. Laut der im März durchgeführten Umfrage unter Mitgliedsfirmen bewerten rund ein Viertel der insgesamt 881 Unternehmen ihre aktuelle Lage als „sehr gut“ oder „gut“. In der Umfrage von Ende Januar lag der Wert bei noch knapp 30 Prozent. Etwa 26 Prozent der Unternehmen gibt aktuell dagegen das Urteil „schlecht“ oder „sehr schlecht“ ab. Auch die Aussichten haben einen Dämpfer erlitten. Etwa ein Viertel der Unternehmen ist optimistisch mit Blick auf die nächsten 6 Monate (Januar: 30 Prozent). 14 Prozent erwarten eine weitere Verschlechterung der Geschäftslage (Januar: 9 Prozent).
Dies wirkt sich auch auf den Blick nach vorne aus: Für das laufende Jahr rechnen rund 52 Prozent der Unternehmen mit einer nominalen Umsatzsteigerung, knapp 30 Prozent sehen eine Stagnation als realistisch an und knapp 18 Prozent erwarten einen Umsatzrückgang.
Wenig überraschend haben sich im aktuellen Umfeld sowohl die allgemeine Lageeinschätzung als auch die Aussichten mit Blick auf die kommenden 6 Monate eingetrübt. Der Dämpfer fällt hier jedoch moderat aus, was die Hoffnung auf eine zaghafte Konjunkturerholung im laufenden Jahr weiterhin am Leben hält,
resümiert Dr. Gernandt.
Nichtsdestotrotz ist es jetzt entscheidend, dass die Regierungskoalition die seit langem angekündigten Reformen endlich beschließt und direkt umsetzt,
fügt er hinzu.
Das Zeitfenster bis zum Sommer muss unbedingt genutzt werden! Die Zeit ist reif für einen neuen Agenda-Moment in Deutschland.
Quelle: © VDMA e. V.
Haben Sie noch Fragen? Dr. Johannes Gernandt, VDMA-Chefvolkswirt, Telefon 069 6603 1829, johannes.gernandt@vdma.eu, beantwortet sie gerne.
Der VDMA vertritt 3500 deutsche und europäische Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus. Die Industrie steht für Innovation, Exportorientierung und Mittelstand. Die Unternehmen beschäftigen insgesamt rund 3 Millionen Menschen in der EU-27, davon mehr als 1,2 Millionen allein in Deutschland. Damit ist der Maschinen- und Anlagenbau unter den Investitionsgüterindustrien der größte Arbeitgeber, sowohl in der EU-27 als auch in Deutschland. Er steht in der Europäischen Union für ein Umsatzvolumen von geschätzt rund 900 Milliarden Euro. Rund 80 Prozent der in der EU verkauften Maschinen stammen aus einer Fertigungsstätte im Binnenmarkt.
