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Der Industrie Podcast des VDMA: Struktur schlägt Hype -Der wahre Erfolgsfaktor für KI im Maschinenbau
14.04.2026
In der neuen Folge des Industrie Podcast des VDMA spricht Stephanie Schubert, Referentin des VDMA Software und Digitalisierung mit zwei Vertretern aus VDMA-Mitgliedsunternehmen – Udo Gohier, Managing Director Central EMEA von The MathWorks GmbH und Christoph Haß, Managing Director von Possehl Digital GmbH – über den realen Stand von KI im Maschinenbau und warum nicht die Technologie entscheidend ist, sondern die Fähigkeit, KI strukturiert in die Praxis zu bringen.
KI ist relevant – aber noch nicht flächendeckend umgesetzt
Eine VDMA-Umfrage zeigt: Künstliche Intelligenz wird im Maschinenbau längst als strategisch wichtig erkannt. Mehr als 80 Prozent der Unternehmen bewerten ihren Einsatz als relevant für das eigene Geschäft – etwa in der Softwareentwicklung, im Vertrieb, im Service oder im Qualitätsmanagement. Gleichzeitig befinden sich viele Anwendungen noch in Pilotphasen.
Wir sehen aktuell den Übergang vom KI-Hype zur industriellen Realität. Jetzt geht es nicht mehr um Experimente, sondern darum, KI zuverlässig und skalierbar einzusetzen,
erklärt Udo Gohier.
Der entscheidende Faktor: Umsetzung statt Technologie
Ein zentrales Ergebnis des Gesprächs ist, dass nicht die Technologie über den Erfolg von KI entscheidet, sondern die Fähigkeit, sie strukturiert in die Praxis zu bringen. Der Maschinenbau bringt dafür gute Voraussetzungen mit. Seine Stärke liegt in systematischem Engineering, in klaren Prozessen und in langfristig stabilen Lösungen. Genau diese Kompetenzen werden jetzt zum Vorteil.
KI beschleunigt Prozesse – aber erst durch strukturierte Entwicklung, Modelle und Validierung wird sie zuverlässig einsetzbar,
erläutert Gohier.
Eine der größten Herausforderungen liegt oft in der Organisation von Unternehmen. KI wird noch zu häufig als IT-Thema betrachtet. Christoph Haß betont:
KI verändert nicht nur einzelne Prozesse, sondern das gesamte Unternehmen. Entscheidend ist, dass Führungskräfte KI selbst anwenden und aktiv vorleben.
Dabei zeigt sich auch ein kulturelles Spannungsfeld: Während einige Unternehmen die Möglichkeiten von KI überschätzen, zögern andere aus Angst vor Fehlinvestitionen.
Ohne Daten keine KI
Ein weiterer zentraler Erfolgsfaktor ist die Datenbasis. Viele Unternehmen verfügen zwar über große Datenmengen, diese sind jedoch häufig unstrukturiert und schwer nutzbar.
Der Zusammenhang ist klar: Ohne saubere Daten kann KI ihr Potenzial nicht entfalten,
betont Haß. Unternehmen müssen daher zunächst ihre Datenstrukturen verbessern, bevor sie KI-Anwendungen skalieren können.
Die neue Folge des Industrie Podcast des VDMA ist auf Spotify, Apple Podcast, Podigee und RTL+ verfügbar.
Quelle: © VDMA e. V.
Haben Sie noch Fragen? Stephanie Schubert, VDMA-Referentin Software und Digitalisierung, Telefon 069 6603 1175, stephanie.schubert@vdma.eu, beantwortet sie gerne.
Der VDMA vertritt 3500 deutsche und europäische Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus. Die Industrie steht für Innovation, Exportorientierung und Mittelstand. Die Unternehmen beschäftigen insgesamt rund 3 Millionen Menschen in der EU-27, davon mehr als 1,2 Millionen allein in Deutschland. Damit ist der Maschinen- und Anlagenbau unter den Investitionsgüterindustrien der größte Arbeitgeber, sowohl in der EU-27 als auch in Deutschland. Er steht in der Europäischen Union für ein Umsatzvolumen von geschätzt rund 900 Milliarden Euro. Rund 80 Prozent der in der EU verkauften Maschinen stammen aus einer Fertigungsstätte im Binnenmarkt.
