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VDMA Konjunkturerhebung zweites Quartal 2026: Stimmung im Maschinenbau hellt sich leicht auf
08.07.2026
Der Krieg im Iran und seine wirtschaftlichen Folgen haben den Maschinen- und Anlagenbau im zweiten Quartal 2026 belastet. Zwar hat sich die Stimmung gegenüber dem Jahresstart wieder etwas aufgehellt, von einer durchgreifenden Erholung kann aber weiterhin keine Rede sein. Rund 28 Prozent der Unternehmen bewerten ihre aktuelle Lage als sehr gut oder gut. Knapp ein Viertel der Firmen bezeichnet die Lage dagegen als schlecht oder sehr schlecht. Damit liegt der Saldo wieder leicht im positiven Bereich, nachdem er in der vorangegangenen Umfrage im März noch leicht negativ war. Die Aussichten haben sich jedoch nur marginal verbessert: Rund 25 Prozent der Unternehmen rechnen in den kommenden sechs Monaten mit einer Verbesserung ihrer Geschäftslage, 11 Prozent erwarten eine Verschlechterung. Die Mehrheit geht weiterhin von einer weitgehend unveränderten Lage aus.
Auch die Umsatzerwartungen zeigen noch keine klare Trendwende. Für das laufende Jahr sind sie trotz der etwas besseren Lageeinschätzung leicht gesunken, im Mittel gehen die Unternehmen aber weiterhin von einem moderaten nominalen Umsatzwachstum aus. Für 2027 fallen die Erwartungen etwas positiver aus, bleiben angesichts der hohen Unsicherheit jedoch breit gestreut über die Unternehmen.
Die Stimmung im Maschinen- und Anlagenbau hat sich zwar etwas aufgehellt. Der Iran-Krieg hat die Unsicherheit aber wieder erhöht und die globale Konjunktur zusätzlich abgekühlt,
kommentiert VDMA-Chefvolkswirt Dr. Johannes Gernandt die Ergebnisse.
Positiver Blick auf die USA, schlechtes Urteil für Deutschland
Die wichtigen Absatzmärkte werden weiterhin sehr unterschiedlich eingeschätzt. Unter den großen Märkten wird Nordamerika – und damit vor allem die USA – weiterhin am positivsten bewertet. Knapp 39 Prozent der Unternehmen berichten hier von einer guten oder sehr guten Geschäftslage. Der Absatzmarkt China wird hingegen ambivalent beurteilt. Es gibt sowohl einen beträchtlichen Anteil positiver (24 Prozent) als auch negativer (35 Prozent) Einschätzungen.
Der deutsche Binnenmarkt bleibt ein besonderer Schwachpunkt und das Schlusslicht unter den großen Absatzmärkten. Knapp 35 Prozent der Unternehmen bewerten die Geschäftslage in Deutschland als schlecht oder sehr schlecht, während nur knapp 20 Prozent von einer guten oder sehr guten Lage berichten. Bei den Erwartungen für die kommenden sechs Monate liegt der Saldo zwar leicht auf Seiten der Unternehmen, die mit einer Verbesserung rechnen. Der Großteil erwartet jedoch, dass die insgesamt durchwachsene Lage zunächst bestehen bleibt. Die EU zeigt sich dagegen als stabilerer Absatzmarkt, auch wenn von einer ausgeprägten Dynamik noch nicht gesprochen werden kann.
Unternehmen merken Auswirkungen auf die Lieferketten
Die Schließung der Straße von Hormus infolge des Krieges im Iran zeigt inzwischen auch Auswirkungen auf die Lieferketten des Maschinen- und Anlagenbaus. Besonders betroffen sind Vorprodukte aus den Bereichen Metalle, Kunststoffe und Chemie sowie Elektronikkomponenten. Die Unternehmen berichten teilweise von gravierenden oder merklichen Lieferengpässen. Bei Metallen sowie Kunststoff- und Gummiprodukten liegt der Anteil der betroffenen Unternehmen bei jeweils rund 10 Prozent. Deutlich spürbarer sind die Einschränkungen bei Elektronikkomponenten: Hier meldet gut jedes fünfte Unternehmen merkliche oder gravierende Engpässe.
Beschäftigungssituation und Kapazitätsauslastung bleiben angespannt
Die Personalsituation in den Unternehmen bleibt aufgrund der wirtschaftlichen Schwächephase sowie der demografischen Entwicklung schwierig. Weiterhin wollen mehr Unternehmen ihre Stammbelegschaft ab- als aufbauen, und es werden weniger offene Stellen erwartet.
Die Kapazitätsauslastung hat sich im zweiten Quartal leicht verbessert, bleibt aber ebenfalls schwach. Der Anteil der Unternehmen mit einer Auslastung von weniger als 70 Prozent ist leicht auf rund 17 Prozent gesunken. Etwa 32 Prozent der Unternehmen berichten von einer Auslastung zwischen 80 und 90 Prozent.
Kunden zögern mit Investitionen, weil die Unsicherheit hoch bleibt und sich Kosten, Regulierung und internationaler Wettbewerbsdruck gegenseitig verstärken,
sagt Dr. Gernandt.
Gerade der Mittelstand braucht jetzt verlässliche Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie, wettbewerbsfähige Kosten und faire Wettbewerbsbedingungen, damit aus vorsichtiger Planung wieder konkrete Aufträge werden.
Charts VDMA Konjunkturerhebung
Haben Sie noch Fragen? Daniela Dietz, VDMA-Referentin Volkswirtschaft, beantwortet sie gerne. Telefon 069 6603 1559, daniela.dietz@vdma.eu
Quelle: © VDMA e. V.
Der VDMA vertritt 3500 deutsche und europäische Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus. Die Industrie steht für Innovation, Exportorientierung und Mittelstand. Die Unternehmen beschäftigen insgesamt rund 3 Millionen Menschen in der EU-27, davon mehr als 1,2 Millionen allein in Deutschland. Damit ist der Maschinen- und Anlagenbau unter den Investitionsgüterindustrien der größte Arbeitgeber, sowohl in der EU-27 als auch in Deutschland. Er steht in der Europäischen Union für ein Umsatzvolumen von geschätzt rund 900 Milliarden Euro. Rund 80 Prozent der in der EU verkauften Maschinen stammen aus einer Fertigungsstätte im Binnenmarkt.

