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Vom Abfall zum Wertstoff: Recyclingtechnik macht den Unterschied

18.06.2026

Allgemeine News

Laut jüngstem Statusbericht der Kreislaufwirtschaft wurden im Jahr 2024 in Deutschland Recyclingquoten erreicht, die allgemein über dem EU-Durchschnitt lagen. Für Glas zum Beispiel waren es gut 81 Prozent, 86 Prozent für Papier und Pappe und knapp 69 Prozent für Verpackungen. Luft nach oben gibt es aber noch genug, sowohl in den etablierten Recyclingprozessen als auch in der Wiederverwertung anderer Stoffe wie zum Beispiel Baustoffe oder Textilien. Es fängt damit an, dass Abfälle von der Gesellschaft grundsätzlich stärker als Wertstoffe anerkannt und als solche behandelt werden müssen. Es braucht größere Mengen an richtig gesammelten Abfällen, um Recyclingmaschinen lohnend betreiben zu können. Und es muss auch die Technik weiter vorangebracht werden, um zum Beispiel die Trennung von Kunststoffverbunden zu erleichtern.

Für 10 Tonnen Kunststoffabfall am Tag, macht es keinen Sinn, Sortieranlagen mit hochwertigen Sensoren auszustatten; wir sprechen da schon von 20 Tonnen pro Stunde an gelben Säcken,

erläutert Michael Ludden, Geschäftsführender Gesellschafter von Sutco Recycling Technik und Vorstandsvorsitzender im VDMA Fachverband Abfall- und Recyclingtechnik.

Wir verlieren Wertstoffe dort, wo nur kleine Mengen anfallen,

erläutert er in der neuen Folge des Industrie Podcast des VDMA: „Vom Abfall zum Wertstoff – Recyclingtechnik macht den Unterschied“.

Aber nicht nur die eingesammelten Mengen sind entscheidend, auch die richtige Handhabung am Anfang des Prozesses spielt eine entscheidende Rolle. Je besser Abfälle schon bei ihrer Entstehung getrennt werden, umso besser kann auch das Recycling funktionieren, erläutert Dr. Sarah Brückner, Geschäftsführerin des VDMA Fachverbands Abfall- und Recyclingtechnik und Leiterin der Abteilung Umwelt und Nachhaltigkeit. Umgekehrt machen Leichtsinn und Gedankenlosigkeit erhebliche Probleme: Jede Batterie – selbst eine ganz kleine in einer elektronischen Grußkarte – ist ein potenzieller Brandherd, wenn sie im Hausmüll landet. Nicht nur in den Sortieranlagen entstehen deshalb täglich Brandvorfälle, auch Müllfahrzeuge sind gefährdet. Droht in ihrem Inneren ein Batteriebrand,

wird der Müll als Schutzmaßnahme auf die Straße geschüttet,

erläutert Dr. Brückner.

Das sollte jeder vor Augen haben, wenn er sich überlegt, ob man die Batterie nicht doch einmal in den Hausmüll werfen kann.

Für den Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland und Europa sind insbesondere technologisch anspruchsvolle Recyclinganlagen weltweit ein spannender Wachstumsmarkt. Dabei spielt der Einsatz von Künstlicher Intelligenz eine wachsende Rolle.

Jetzt sind wir an einem Punkt, wo wir mit Hilfe der KI datenbasiert gute Entscheidungen treffen können, in einem Stoffstrom, der sich ständig ändert und immer wieder neue Materialien hat,

erläutert Michael Ludden. Und weil Deutschland und Europa sich schon lange mit Recycling beschäftigen,

haben wir hier auch einen Vorsprung in der Infrastruktur, den wir nutzen und ausbauen können,

ergänzt Dr. Brückner.

 

Die neue Folge des Industrie Podcast des VDMA ist auf Spotify, Apple Podcast, Podigee, YouTube und RTL+ verfügbar.

 

Quelle: © VDMA e. V.

Der VDMA vertritt 3500 deutsche und europäische Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus. Die Industrie steht für Innovation, Exportorientierung und Mittelstand. Die Unternehmen beschäftigen insgesamt rund 3 Millionen Menschen in der EU-27, davon mehr als 1,2 Millionen allein in Deutschland. Damit ist der Maschinen- und Anlagenbau unter den Investitionsgüterindustrien der größte Arbeitgeber, sowohl in der EU-27 als auch in Deutschland. Er steht in der Europäischen Union für ein Umsatzvolumen von geschätzt rund 900 Milliarden Euro. Rund 80 Prozent der in der EU verkauften Maschinen stammen aus einer Fertigungsstätte im Binnenmarkt.